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Florida Vacation 2008/2009

Hallo an alle Freunde und Verwandte im kalten Deutschland! Am 10. Dezember ging es endlich los - 4 Wochen Florida warteten auf uns... Inzwischen sind die ersten vier Tage vergangen und man kann sagen, dass wir bereits voll und ganz angekommen sind! Nach der Hektik und dem Stress der letzten Monate mit Stephies Vollzeittätigkeit, dem massiven Ärger mit Mitjas Gastfamilie und der unerwarteten und intensiven Suche nach neuem Wohnraum, war es auch höchste Zeit für diesen Urlaub... Wer Sehnsucht nach uns hat, kann uns in den kommenden Wochen hier ein wenig virtuell auf unserer Reise begleiten - in regelmäßigen Abständen werden wir euch von unseren verschiedenen Reiseetappen berichten...

14.12.08 14:51, kommentieren



Die Anreise

Geht es euch auch immer so!? Während der langen Strapaze der Hinreise kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem man denkt, warum man sich das eigentlich antut!?.... Nun, zum Glück sind diese destruktiven Gedanken in Windeseile verflogen, wenn man dann angekommen ist... Dabei war unsere Anreise diesmal gar nicht soooooo beschwerlich! Für Flüge in die USA heißt es ja immer besonders früh am Flughafen erscheinen. Deshalb schob Stephie schon ein klein wenig Panik, als sie realisierte, dass wir den Mietwagen um 7.30 Uhr in Freiburg in Empfang nehmen können und der Flieger immerhin schon um 12.15 Uhr in Frankfurt abheben sollte. Deshalb sind wir schon am Vorabend des Abflugs kurz vor Toresschluss zu Hertz gefahren, um wenigstens schon alle Formalitäten zu erledigen, damit wir am Abreisetag wirklich gleich um 7.30 Uhr vom Hof rollen können. Idealerweise hat man uns dann schon bei dieser Gelegenheit das Mietauto mitgegeben und so konnten wir bereits um 7 Uhr von Waldkirch aufbrechen. Ein Umstand, der sich zum Glücksgriff entwickelte, denn die normalerweise rund 2 Stunden 20 Minunten Fahrt zum Frankfurter Flughafen entwickelten sich ein wenig zum Spießrutenlaufen - hier eine Behinderung, da ein Unfall - das Navigationssystem führte uns im Zick-Zack-Kurs zum Flughafen und als der Sprecher im Radio stöhnte, dass heute auf der A5 das Chaos regiere, wussten wir nur allzu gut was er meinte... Na ja, Dank der früheren Aufbruchzeit waren wir letztlich trotzdem frühzeitig genug am Flughafen und es reichte sogar noch für ein schnelles Frühstück. Der Rest der Anreise verlief dann entspannter - der Flug mit United Airlines war Dank der Bildschirme für jeden im Rücken des Vordersitzes und Dank erstaunlich genießbarem Flugzeug-Essen ziemlich easy, der Weiterflug von Washington nach Orlando recht kurz und selbst an der Immigration haben wir uns diesmal nicht ganz so sehr die Beine in den Bauch gestanden wie zuletzt. Um 20 Uhr Ortszeit, also insgesamt 19 Stunden nachdem wir uns in Waldkirch ins Auto gesetzt haben, sind wir dann in Orlando angekommen - empfangen von noch 23 Grad zu dieser abendlichen Zeit!

14.12.08 15:08, kommentieren

Down to the keys

Nach der ersten Nacht im Flughafenhotel in Orlando ging es schnell zu FedEx um das Weihnachtspaket für Mitja und seine Gastfamilie auf die Reise zu bringen - um die drastischen Versandkosten zu minimieren, hatten wir uns ja entschlossen das vorgepackte Paket in der Reisetasche mitzunehmen und dann von hier abzuschicken, aber leider ist eine Flasche Rotwein trotz guter Verpackung doch kaputt gegangen - ein schöner Schlamassel... Na, hoffen wir das FedEx die restlichen 3 Flaschen und die Geschenke nun heil vom Süden der USA ganz in den Norden bringt... Mit dem Mietwagen ging es dann ab auf die gut fünfstündige Tour von Orlando auf die Keys. Stephie stellte heute gerade mal so beiläufig fest: "Mensch, wenn man bedenkt wie du das Autofahren eigentlich hasst, dann ist es schon immer wieder erstaunlich welche Strecken du im US-Urlaub immer zurücklegst!"... Tja, was soll ich sagen - Autofahren in den USA ist halt so unendlich viel angenehmer! Das beginnt natürlich mit den Highways, die gemessen an deutschen Autobahnen geradezu menschenleer wirken; geht weiter mit der Automatik-Ausstattung der Mietwagen, die einen mit Hilfe des Tempomat wirklich relaxt über die Highways gleiten lässt und endet last but not least bei den wunderbaren Benzinpreisen hier! Klar - auch bei uns sind die Benzinpreise zuletzt von fast 1,50 Euro auf rund 1,10 Euro gefallen. Aber hier haben sich die Benzinpreise in den letzten Wochen mehr als halbiert! Aktuell zahlt man rund 1,70 Dollar für die Gallone - also umgerechnet 1,27 Euro - aber eben für die Galone - 1,27 Euro also für fast 4 Liter!!! Kann bei uns halt nicht funktionieren - da 2/3 des Benzinpreises Steuern sind und hier eben nicht... Und denjenigen unter euch, die jetzt die Stirn kraus ziehen und wettern, dass man da mal wieder sehen kann, dass den Amis die Umwelt egal ist, sei gesagt, dass das natürlich völliger Quatsch ist! Denn a) hilft der Umwelt unser hoher Benzinpreis nun wirklich auch nicht, da ja bekanntlich selbst die Ökosteuer Rentenkassenlöcher stopft anstatt der Umwelt zu Gute zu kommen und b) tut sich in Sachen Umwelt hier z.Zt. einiges - und zwar im typischen Tempo der Amerikaner! Wenn sie etwas endlich anpacken, dann aber auch gleich im Raketentempo - die Veränderung des Umweltbewusstseins begegnet einem an jeder Ecke und so haben wir z.B. diesmal ein Auto aus der "Green Collection" mieten können - ein Auto mit geringerem Verbrauch etc.! Anyway - auf jeden Fall kamen wir am frühen Abend auf Marathon an - dem ersten Ziel unserer Rundreise... Aber dazu mehr im nächsten Eintrag...

1 Kommentar 14.12.08 22:45, kommentieren

Marathon - Florida Keys 11.12 bis 15.12

Erste Station für uns auf den Florida Keys war die zu Marathon gehörende Insel Grassy Key - gelegen in etwa genau in der Mitte der Inselkette. Unser Hotel - Gulf View Waterfront Resort - lag optimal. Supermarkt, Drogerie, Strand, Tankstelle, Restaurants u.s.w. - alles innerhalb von 10 min. zu erreichen. Trotz dieser zentralen Lage ist das Resort alles in allem ein idyllisches Kleinod. Nur "alles in allem" deshalb, weil die guten Voraussetzungen im Moment nicht voll zur Geltung kommen... Für Keys-Verhältnisse ist das Resort relativ erschwinglich - bietet aber trotzdem tolle Features wie Kajaks und Tretboote zur kostenfreien Benutzung, eine nette Gartenanlage mit Hängematten, einen schön gelegenen Pool u.s.w.... Der Nutzen dieser Features hält sich aber freilich in Grenzen, wenn ein Großteil der Boote aufgrund irgendwelcher Macken (Tretboot mit einer fehlenden Pedale etc.) nicht einsatzbereit ist oder die Liegen am Pool ohne Unfallversicherung besser nicht gestürmt werden sollten... Nun, vielleicht liegt dieser etwas herunter gekommene Eindruck in Teilen des Resorts schlicht und einfach an dem traurigen Umstand, dass der Inhaber vor wenigen Monaten verstorben ist und die Frau das Ganze nun alleine schmeißt... Besserung ist auf jeden Fall wohl in Sicht - pünktlich zu unserer Abreise kam eine Lieferung mit neuen Liegen... Die Geschichte der Inhaber ist übrigens mal wieder ein urtypisch amerikanische Geschichte - vor 15 Jahren machten die Beiden aus Chicago hier Urlaub und als sie die Keys hinter sich ließen, sagte der Mann kurz vor Miami: "Shit! Warum müssen wir hier eigentlich wieder weg!?"... Die Frau antwortete ganz pragmatisch, dass sie auch gerne bleiben würde, aber ohne Geld laufe halt nichts und was bitte schön sollten sie auf den Keys arbeiten!? Er schlug vor: "Wir kaufen uns ein Objekt und machen einfach ein Hotel auf!" Tja, und so kam es... Schade, dass dieser gemeinsame Traum nur 15 Jahre Bestand hatte und die Frau nun mit schätzungsweise Mitte 50 den Traum alleine weiter leben muss... Anyway - da das Zimmer, der Rest der Anlage und die bereits beschriebene Lage okay waren, haben wir die Tage hier genossen! Und wir haben auch ein Kajak gefunden, das aktiv zum Einsatz kommen konnte. Ansonsten waren wir viel am Strand... Und ein wenig in der Natur unterwegs - kaum stießen wir auf das erste Warnschild in Sachen Alligatoren und Schlangen... Da standen wir auch schon nichts ahnend auf einer Brücke und entdeckten unter uns einen lauernden Alligator von vielleicht immerhin 1 1/2 Meter Länge... Empfehlen können wir im Übrigen das Restaurant "The Wreck & Galley Bar" - wir hatten im Internet gelesen, dass man dort den weltbesten Key Lime Pie essen kann... Tja, was sollen wir sagen!? - Er war einfach großartig! Diesen Key Lime Pie essen und dazu gleichzeitig den gleichnamigen Song von Country-Superstar Kenny Chesney im Kopf haben: das ist Florida-Urlaubs-Feeling at it's best! Zwar hat so ein Stück Kuchen mit 5,95 Dollar einen recht stolzen Preis (vor allem wenn man bedenkt, dass eine wirklich große Portion Sandwich oder Burger mit Pommes nur rund 8 Dollar dort kostet), aber es hat sich gelohnt - unbedingt ausprobieren, wenn ihr mal hier seid!!! Von außen macht das Ganze zwar keinen allzu einladenden Eindruck, aber das komplette Essen war sehr gut und als wir zum Essen dort waren, speisten gerade Feuerwehrleute und das Rettungswagen-Team dort - immer ein gutes Zeichen, wenn ein Restaurant auch von Einheimischen stark frequentiert wird... Natürlich waren wir auch in unseren ersten Tagen hier schon bemüht ein wenig Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen! Was unter Palmen und bei rund 25 Grad natürlich gar nicht so leicht ist... Am Samstag sind wir deshalb schon einmal auf Kurzvisite zum nächsten Ziel unserer Etappe gefahren - nach Key West. Dort fand am Samstag die alljährliche Christmas-Lights-Boat-Parade statt - über 100 Boote - vom kleinen Fischerkutter bis hin zum großen Segelschiff - schmücken sich dann mit festlichem Licht und ziehen in einer Parade durch den Hafen - die schönsten und kreativsten Lichterspiele werden dann von einer Jury prämiert. Wer um die Weihnachtszeit hier ist, sollte sich diese Parade nicht entgehen lassen - schön anzuschauen in der für Key West so typischen lockeren Atmosphäre... Auch wenn das Ganze per Foto gar nicht richtig eingefangen werden kann - eine Impression wollen wir euch doch nicht vorenthalten... Und zum Abschluss unser Marathon-Tage waren wir dann am Sonntag am frühen Abend beim kostenlosen Weihnachtskonzert des örtlichen Community Theaters... Wow, das war strange... Das war mal ein Erlebnis "Amerika pur" - jenseits touristischer Pfade... Stephies erster Kommentar bezog unsere gute Freundin Simone mit ein, die ja Halb-Amerikanerin ist und trotzdem unsere Begeisterung für vieles Amerikanische (wie z.B. Flavoured Coffee oder Countrymusic) so gar nicht teilen mag: "Wenn Simone uns hier jetzt sehen könnte... - die würde glatt sagen, dass wir jetzt endgültig durchgeknallt sind!" Tja, Gruß an dieser Stelle an Simone!!! Warum dieses harsche Urteil!? - Nun, wir waren in einem dörflichen Theatersaal nicht nur die einzigen Touristen, sondern mit unseren 40 und 41 Jahren leicht übertrieben gesagt etwa halb so jung wie der Rest der Anwesenden - was dazu führte, dass wir von links, rechts, vorne und hinten zuvorkommend behandelt wurden und als die Germans überall vorgestellt wurden. Und so sangen wir dann ausgestattet mit den Texten mit einigen Amateurtheater-Leuten und rund 100 Senioren amerikanische Weihnachtslieder... Und zu guter Letzt jetzt noch ein paar Impressionen unserer harmonischen Zeit hier... Proudly sponsored by Sina & Johannes sozusagen, da die Beiden uns zur Abreise ein kleines Stativ für unsere Selbstauslöser-Fotos geschenkt haben! Danke Ihr Zwei! - Kommt hier gut zum Einsatz!!!

1 Kommentar 15.12.08 02:36, kommentieren

Key West 15.12 bis 18.12

Am Montag, den 15. Dezember sind wir auf Key West angekommen. Key West - der Mythos von Andersartigkeit. Vor rund 25 Jahren erklärte man sich kurzerhand vorübergehend zur Conch-Republic und für unabhängig von den USA, weil der Landweg nach Key West von Grenzpatrouillen auf der Suche nach illegalen kubanischen Einwanderern stark beeinträchtigt wurde... Wie es sich für den südlichsten Zipfel der USA gehört, fiel der Empfang für uns mit 33 Grad fast tropisch aus. Und damit sind zwei der Eckpfeiler der Andersartigkeit von Key West auch schon erwähnt - zum typischen American Way of Living gesellen sich hier ein karibisches Flair und eine alternative Lebensweise. Hier laufen überall Hühner auf den Straßen umher, hier trägt auch der weiße Post-Beamte einen "Obama for President"-Button und hier regieren vor allem Zweiräder. Unser Hotel "Best Western Hibiscus" ist der ideale Ausgangspunkt um Key West zu Fuß zu erkunden. Vom Hotel aus sind es nur wenige Minuten in die Duval Street und gut 20 Minuten zum Mallory Square - den beiden Hauptzentren des touristischen Key West. Am Mallory Square wird allabendlich der Sonnenuntergang zelebriert. Hunderte von Menschen warten auf den malerischen Sonnenuntergang, Straßenkünstler wetteifern um die Gunst der Zuschauer und wenn das letzte Stück Sonne im Meer versinkt, dann brandet mitunter tatsächlich Beifall auf. Jeden Abend geht die selbe Sonne auf die ziemlich gleiche Art und Weise an der mehr oder weniger gleichen Stelle unter - und doch hat es eine Magie das Schauspiel jeden Abend aufs Neue zu erleben. Es ist einfach schön das Farbenspiel der untergehenden Sonne zu sehen, seine Liebste dabei im Arm zu haben und im Hintergrund singt ein Straßenmusiker "No women, no cry"... Wobei ich die Schwärmerei ein klein wenig einschränken muss - die Sonnenuntergänge im letzten USA-Urlaub in San Diego waren optisch noch umwerfender und vor allem weitaus romantischer, weil der Platz des Szenario nicht einmal ansatzweise so überlaufen war. In der Duval Street sucht man Romantik ohnehin vergebens. Die Duval Street ist die Party-Meile von Key West, die erst am späten Abend so richtig zum Leben erwacht. Dutzende von Musikkneipen etc. reihen sich hier aneinander. Und so sorgen die Lautstärke und vor allem das aufdringliche Werben der Leute, die vor den Clubs stehend versuchen die Touristen zur Wahl genau dieses Clubs zu überreden für eine eher nervig-billige Atmosphäre - so eine Art Reeperbahn ohne Sex... Gesehen haben sollte man es trotzdem mal, zumal es auch durchaus witzige Momente gibt - etwa wenn ein alter schwarzer Mann mit seinem mit Tannenbaum und Lichterketten geschmücktem Fahrrad unter dem Applaus der Leute die Duval Street auf- und abfährt oder jemand seine riesige Schlange auf den Schultern spazieren führt... Bis zum Sonnenuntergang hat Key West ansonsten nicht so immens viel zu bieten - wir haben uns deshalb tagsüber viel am Pool und am Strand aufgehalten, was unserem Teint definitiv sehr gut getan hat. Und last but not least waren wir weiter intensiv in Sachen "Key Lime Pie" unterwegs! An so ziemlich jeder Ecke rühmt sich ein Laden damit den besten Key Lime Pie der Inselkette im Angebot zu haben... Nach so wenigen Tagen können wir sicherlich nicht behaupten alle probiert zu haben, aber doch einige! Ein Genuss waren irgendwie alle - selbst der von Mc Donalds! Aber der Beste ist und bleibt der auf Marathon (siehe den Blog dazu!)! Auf der morgigen Rückfahrt von Key West zum nächsten Ziel nach Fort Lauderdale werden wir dort noch einmal anhalten und einen ganzen Pie mitnehmen! Zum Glück haben wir im nächsten Hotel wieder einen Kühlschrank... Den nächsten Blog-Eintrag über die Zeit in Fort Lauderdale werdet Ihr hier pünktlich zum Heiligen Abend finden!

18.12.08 01:07, kommentieren

Fort Lauderdale 18.12 bis 23.12

Ho Ho Ho... Vorweihnachtliche Grüße aus Fort Lauderdale senden euch Kai und Geburtstagskind Stephie, die auch mit 40 noch lächeln kann! Nach einer Woche auf den Keys mutete die Ankunft in Fort Lauderdale schon ein wenig wie die Rückkehr in die Zivilisation an - was ein weinendes und ein lachendes Auge mit sich brachte... Unser zuverlässiger und nicht mehr weg zu denkender Wegbegleiter - das Navigationssystem mit USA-Karte - musste schon auf den ersten Fort Lauderdale-Meilen Schwerstarbeit leisten. Fast im Sekundentakt gab es eine neue Weganweisung auf dem schier unendlichen Highway-Wirrwarr. Für die frühere Kartenleserin Stephie ist das Ganze Tag für Tag eine nachhaltig entspannende Neuerung! Mitja dürfte wissen wovon ich hier spreche - er hat in einem der letzten Urlaube nach dem Riskieren einer großen Klappe mal versucht den Kartenleser-Job zu übernehmen und schon nach wenigen Minuten wieder aufgegeben... Aber zurück zu der Geschichte mit dem weinenden und dem lachenden Auge... Das lachende Auge entstand natürlich durch die Aussicht auf endlich wieder Dunkin' Donuts, Starbucks und Shopping Malls an fast jeder Ecke... Das weinende Auge indes resultierte aus der schnellen Erkenntnis, dass es mit der fast paradiesischen Ruhe jetzt ein wenig vorbei war - jetzt heißt es auch mal im Stau stehen, alles ist etwas hektischer und manchmal (etwa beim Shopping in der Outlet Mall (ja - die "Sawgrass Mills, Bettina - da kommen doch Erinnerungen an unsere früheren gemeinsamen Florida-Urlaub auf, oder!?) zwei Tage vor Weihnachten) sind die Menschenmassen zumindest für mich fast unerträglich... Fort Lauderdale ist auf jeden Fall voller Gegensätze! Vor den Villen mit Wasserzugang stehen Yachten, die vermutlich mehr wert sind als ein ganzer Straßenzug in den Vierteln der Schwarzen zusammen. Nur zur Verdeutlichung - das nachfolgend abgebildete Boot gehört in dieser Kategorie eindeutig zu den sehr kleinen Ausgaben... Ein anderes Beispiel - vorne am Strand stehen die Hotelburgen, so mancher scheint den Strand in erster Linie zum Posen aufzusuchen und wie in Amerika nicht anders zu erwarten, zeigt so manche Frau hier wie erfolgreich und doch peinlich offensichtlich Schönheitschirurgen gegen die Gesetze der Schwerkraft ankämpfen können... Kaum zwei Minuten hinter dem Strand finden sich dann aber schon wieder State Park-Oasen der Ruhe - wie im "Hugh Taylor Birch State Park", wo wir zu einer neuen abenteuerlichen Kanutour aufgebrochen sind. Ein echter Tipp - während kommerzielle Anbieter um die Ecke 20 Dollar in der Stunde für ein Zweier-Kanu verlangen, kann man so ein Boot hier für 5,60 Dollar pro Stunde mieten und eine Menge exotischer Tiere gab es auch zu sehen. Fort Lauderdale liegt nicht nur direkt an der Atlantik-Küste (mit über 20 Grad Wassertemperatur auch im Dezember ein echter Badespaß), sondern auch nur wenige Meilen von den Everglades entfernt. Und so stand an Stephies Geburtstag mal wieder eine Airboat-Tour auf dem Programm. Es macht jedes Mal wieder Spaß mit dem Airboat durch die scheinbar unendliche Weite des schwimmenden Gras zu driften und die Sichtung eines Alligatoren ist jedes Mal ein echter Höhepunkt. So nah dran an einem großen Alligatoren wie diesmal waren wir vorher noch nie. Und wer hat das Tier entdeckt!? Nein, nicht unser Airboat-Kapitän, der ansonsten aber sehr viel Interessantes zu erzählen hatte, sondern meine Wenigkeit! Das Thema Alligatoren ist für uns Deutsche ohnehin fast ein wenig bizarr. Während bei uns vor gar nicht so langer Zeit das Auftauchen eines einzelnen Bären die Boulevardpresse und die ganze Republik tagelang in Atem hielt und den armen Bären zum Opfer einer regelrechten Treibjagd machte, ist die Gegenwart von Alligatoren hier in Florida allgegenwärtige Normalität. Bei einer Wanderung in der Natur sollte man jederzeit darauf gefasst sein auf einen Alligatoren zu treffen - auch uns passierte das in diesem Urlaub schon mehrfach. Ein Grund zur Panik ist das für die Einheimischen hier in keiner Weise... Abschließen wollen wir das Thema "Fort Lauderdale" mit 2 wirklich guten Reisetipps... Zum Einen mit dem "Red Reef Park" in Boca Raton wenige Meilen oberhalb von Fort Lauderdale. Hier hat man am Strand ein künstliches Riff angelegt und so kann man hier nun wunderbar schnorcheln und exotischen Fischen, Rochen etc. bei ihrem bunten Treiben zuschauen. Auch Stephie, bisher oft selbst beim Schnorcheln in flachem Wasser fast von so etwas wie einem klaustrophobischen Panikanfall gepeinigt, hat das Ganze offensichtlich beeindruckt. Denn trotz zahlreicher großer Quallen in der näheren Umgebung des Riff hat sie diesmal ruhig und ausgiebig mit geschnorchelt. Bei dem anderen Tipp geht es mal wieder um das Thema Essen... Spätestens wer einmal in den USA war, weiß dass Burger nicht gleich Burger ist und die Burger von McDonald's und Co. nun wirklich nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Bei "Jack's Old Fashion Hamburger" hier in Fort Lauderdale kann man großartige Burger genießen - ohne Gummigurke, mit der Möglichkeit den Burger selbst mit Zwiebeln, Ketchup etc. zu belegen und einem richtigen, saftigen und nach Wunschstärke gebratenen Hacksteak... Na ja, halt ein Burger wie ihn Ihr, liebe Kochzirkel-Freunde, von unserem Kochzirkel-Abend kennt... Apropos - steht schon der Januar-Termin!?? Also - auch an dieser Stelle sei jetzt passend gesagt: "Merry Christmas!!!" Unter Palmen, am Strand, in der Sonne - grüßen euch Stephie und Kai! Den Eintrag über unsere Zeit in Orlando findet ihr zum Jahreswechsel!

23.12.08 04:30, kommentieren

Orlando 23.12 bis 30.12

Warum muss ein Urlaub eigentlich immer zeitlich limitiert sein!?... Jedes Mal ist es dasselbe - in der ersten Hälfte arrangiert man sich noch sehr gelassen mit dem drohenden Ende der Reise: "Hey - erst eine Woche ist vorbei - drei warten noch - da muss ich mir doch noch keine Gedanken um das Ende machen..."... Aber wenn der Gipfel erklommen und die Hälfte des Urlaubs unwiederbringlich vorüber ist, dann stellt sich Abend für Abend mit steigender Intensität das Gefühl ein: "Verdammt! Jetzt ist schon mehr als die Hälfte vorbei..."... Bei Stephie und mir ist dieses traurige Gefühl besonders ausgeprägt, da wir das gegensätzliche Gefühl von vielen Urlaubern nicht kennen - dieses "ach, schön war es hier - aber jetzt wird es auch Zeit heimzukommen"... Nein, in unserer bald 25jährigen Reisegeschichte hatten wir noch nie das Bedürfnis wieder nach Hause zu kommen... Die Urlaubshalbzeit ereilte uns unweigerlich in Orlando... Sechs Mal schon waren wir in Florida und jedes Mal war Orlando Teil der Reiseroute. Mit einem halben Dutzend Wasser-Parks und sieben Freizeitparks, jeder einzelne davon für sich größer und vor allem spektakulärer als selbst Deutschlands Nr. 1 - der Europa-Park, ist Orlando ohne Frage das Weltzentrum der Vergnügungsparks. Bisher standen für uns auch jedes Mal einige von ihnen auf dem Programm, aber jetzt ohne Mitja haben wir auf dieses Vergnügen verzichtet - und uns so gewiss eine Menge Stress und Schlangestehen erspart... Nein, für uns zählten in der diesjährigen Orlando-Woche eher einfach die Weihnachtstage und... Shopping! Denn mit gleich vier großen Outlet-Zentren und zahlreichen normalen Malls ist Orlando auch in Sachen Shopping weltweit nur schwer zu toppen! Aber zunächst zurück zur Weihnachtszeit... Am 23.12 haben wir uns im kleinen Mad Cow-Varieté-Theater in Downtown Orlando zum dritten Mal einen Abend mit Weihnachtsliedern gegönnt. Und zum dritten Mal hieß es am Ende "und jetzt alle!" - und nicht nur brav, sondern regelrecht begeistert, sangen wieder alle im Saal mit... Kaum vorstellbar bei uns... Als Hotel hatten wir uns ganz bewusst das Marriott Residence Inn im Norden von Orlando ausgesucht, da man dort zu einem erschwinglichen Preis ein Zimmer mit vollausgestatteter Küche und Kamin buchen konnte! Die Beschaffung der Lebensmittel für unser Weihnachtsessen war allerdings gar nicht so einfach... Am Abend des 23.12 glich der gigantische Parkplatz des Wal-Mart einem Tollhaus - keine Chance auf einen Parkplatz am frühen Abend... Ein paar Sachen konnten wir dann wenigstens schon einmal bei Aldi besorgen - ja, richtig - bei Aldi! Gibt es hier jetzt auch! Allerdings offenkundig wenig erfolgreich - denn während der Wal-Mart aus allen Nähten zu platzen drohte, war die Zahl der Einkäufer im Aldi-Markt (mit uns vielleicht 8 Leutchen) äußerst überschaubar. Warum das so ist, ließ sich recht schnell ausmachen. Ich denke, wenn man am anderen Ende der Welt expandieren will, dann muss man sich ein wenig dem Ort der Expansion anpassen, aber Aldi versucht sein Ding auch hier mehr oder weniger Eins zu Eins durchzuziehen, was wohl zum Scheitern verurteilt sein könnte - es ist wohl nicht einfach Kunden für einen neuen Supermarkt zu begeistern, wenn dieser Supermarkt der einzige Supermarkt in den ganzen USA ist, in dem man nicht mit Kreditkarte bezahlen kann und in dem man aber für seine Tüten bezahlen und für den Einkaufswagen eine Münze verwenden muss... Anyway, auf jeden Fall sind die Öffnungszeiten hier ja nachhaltig großzügiger als bei uns und so konnten wir unseren Weihnachtsessen-Einkauf halt nach 23 Uhr relativ entspannt beim Wal-Mart vervollständigen... Ja, und so hat Stephie uns dann am 24. und 25.12 ganz traditionell amerikanisch Turkey mit Mashed Potatoes und Vegetables zubereitet und später haben wir am Kamin unseren Eggnog genossen... War vielleicht ein wenig schrill bei fast 30 Grad Tagestemperatur abends tatsächlich den Kamin anzufeuern, aber es war halt so schön stimmungsvoll und weihnachtlich... Auch ansonsten haben wir den Hauptweihnachtstag (hier ja der 25.12) typisch amerikanisch verbracht - mit Sport und Kino... Der 26.12 ist hier in Amerika dann ja schon kein Feiertag mehr - außer für Shopping-Fans! Denn am 26.12 machen die ersten Geschäfte schon um 5.30 Uhr in der Nacht auf - für den großen After-Christmas-Sale... Auch wir haben uns extra den Wecker gestellt und standen zumindest um Punkt 7 Uhr morgens vor der ersten Einkaufs-Mall! Von 7 bis 15 Uhr haben wir an diesem Tag nichts anderes gemacht als von einem Shop in den nächsten zu gehen. Obwohl "gehen" irgendwann nicht mehr die passende Umschreibung war - irgendwann schwamm man nur noch so gut es eben ging mit der Masse mit... Der Ansturm war ab dem späteren Vormittag so groß, dass die Polizei zeitweise die Zufahrten zu den Malls als letzte Möglichkeit einfach absperrte... Und so war der 26.12 ein verdammt anstrengender Tag, aber auch ein Tag voller phantastischer Schnäppchen! An dieser Stelle deshalb vielleicht einfach mal ein liebes Dankeschön an unsere Verwandten für die vielen Geldgeschenke zu unseren Geburtstagen und zu Weihnachten! Diese Art Geschenk war in diesem Jahr einfach goldrichtig für uns und wurde hier dann sozusagen auch gleich vergoldet - in wunderbar kleidsame und günstige Kleidung! Wer jetzt angesichts der Fotos an Maßlosigkeit denkt, dem können wir relativierend sagen, dass volle Tüten hier wenigstens nicht gleichzeitig leere Geldbörsen bedeuten! Um nur mal ein kleines Beispiel zu nennen: Anfang 2008 habe ich für eine Tommy Hilfiger-Jeans einen 100-Euro-Gutschein (gewonnen in einem Online-Adventskalender-Spiel) einsetzen müssen. Hier kostete eine eben solche Tommy Hilfiger-Jeans im After-Christmas-Sale sage und schreibe 20 Dollar - umgerechnet also 14 anstatt 100 Euro! Oder anders formuliert: ich hätte hier 7 Markenjeans zum Preis von einer in Deutschland kaufen können! So hat die Schnäppchenjagd natürlich schlussendlich Spaß gemacht, aber die extrem überfüllten Straßen und Geschäfte haben auch viel Nerven und Kraft gekostet... Und so waren wir nach diesem Tag erst einmal vor allem eines - nämlich... - genau - müde... Von Menschenmassen und Staus hatten wir nach dem 26.12 auf jeden erst einmal die Nase voll und deshalb haben wir uns an den Folgetagen bemüht im rummeligen Orlando kleine Oasen der Ruhe zu finden, was einem auch wunderbar gelingen kann... Zum Beispiel direkt in Downtown am Lake Eola... Oder im Blue Spring State Park, wo man wunderbar spazieren und Manatees (die vom Aussterben bedrohten Florida Seekühe) in freier Wildbahn beobachten kann... Oder im Wekiwa Springs State Park, wo man in einem Quellbecken schwimmen und stundenlang mit dem Kanu durch eine fast dschungelhafte Wildnis fahren kann... Wir haben uns hier ein Zweier-Kajak gemietet und nach einer Weile in der Wildnis in unserer Nussschale entfuhr Stephie mit einem klitzekleinen Anflug von Besorgnis der Satz: "Hm, hier wird es schon wirklich Alligatoren geben, oder!?" Tja, und wie es dann ja oft so ist - kaum war es ausgesprochen, da lag am Ufer, kaum zwei Meter weg von uns, auch schon wieder ein Alligator! Immer wieder ein spannender, kribbeliger Moment... Gerne hätten wir an dieser Stelle auch von diesem Alligatoren ein Bild gezeigt, aber leider hatte der Fotoapparat kurz zuvor feuchtigkeitsbedingt (nein, nein - keine Feuchtigkeit in Form von Regen - das kennen wir hier quasi gar nicht - vielmehr habe ich den Fotoapparat auf den Boden des Kajak fallen lassen und der war ziemlich nass...) mehr oder weniger den Geist aufgegeben - er machte nur noch Fotos folgender Qualität, bzw. gar keine mehr... Und zum Abschluss des Orlando-Abschnitts haben wir zur Abwechslung auch noch einen "Don't do it"-Tipp! Jeder Reiseführer schwärmt von Saint Augustine - der gut 2 Stunden nordöstlich von Orlando gelegenen ältesten Stadt der USA... Wir sind am 28.12 dort gewesen und können uns dieser Reiseführer-Empfehlung absolut nicht anschließen! Zwei Querverweise decken unsere Eindrücke in Sachen Saint Augustine vielleicht am Besten aus: a) Saint Augustine ist so eine Art "Key West für Arme"! Relativ krampfhaft versucht man im Old Town-Quartier von Saint Augustine den Flair von Key West nachzuahmen, aber leider ohne jeglichen Anflug von Key West-Charme, dafür aber mit drastisch mehr billigem Touristen-Rummel und scheinbar völlig frei von Einheimischen. So viele blöde Touristen-Bimmel-Bahnen auf einen Haufen hat man noch nie gesehen - und alle zum Bersten voll mit Touristen... b) Saint Augustine ist "Titisee Hoch Zehn" - am Titisee sind der See an sich und die Natur um den See herum wunderschön, aber die billige Touristenmeile auf dem Weg zum See ist tödlich. Na ja, und in Saint Augustine ist es genau so - der Strand dort ist großartig, aber der Touristennepp um die paar wirklich alten Häuser herum ist fürchterlich - wie am Titisee, nur mindestens zehnmal so groß... Alles in allem haben wir auf jeden Fall auch die Woche in Orlando sehr genossen und um den Bogen zum Anfang dieses Abschnittes zu schlagen: die Traurigkeit wird größer und größer - wenn wir jetzt Orlando in Richtung Tampa/St. Petersburg und schließlich Sanibel Island verlassen, dann heißt das leider auch: drei von vier Wochen sind vorbei, schnief... Aber bis dahin bleiben wir in exakt dieser guten Stimmung: Ja, und Neues von uns zu lesen und zu sehen gibt es dann noch einmal am 3.1 und am 7.1...

1 Kommentar 29.12.08 23:17, kommentieren